Das FAD-Qualitätssiegel

Durch die kontinuierliche Fortschreibung der Emissionsgesetzgebung für alle Anwendungsbereiche der Dieselmotoren wird in den nächsten Jahren das Angebot an Abgasnachbehandlungssystemen weiter steigen. Die daraus resultierende Produktvielfalt, verbunden mit unterschiedlichen Ansprüchen zum Verhalten im Einsatzfall, macht es für den Anwender immer schwieriger, die Qualität und Verwendbarkeit der angebotenen Lösungen zu bewerten und letztendlich auch hinsichtlich der konkreten Anforderungen zu differenzieren.

Erfahrungen aus dem Feld belegen, dass der Stand der Technik noch sehr große Defizite hinsichtlich der nachhaltigen Funktionalität angebotener technischer Lösungen aufweist. Eine besondere Schwierigkeit stellt die zuverlässige Beurteilung von Abgasnachbehandlungssystemen hinsichtlich der Funktionalität unter einsatzspezifischen Rahmenbedingungen, der Sekundäremissionen, der Langzeitstabilität und der Wartungsintervalle dar.

Das FAD-QS dient der Bewertung von Abgasnachbehandlungssystemen für Dieselmotoren unterschiedlichster Einsatzkategorien, schwerpunktmäßig im Nachrüst-Bereich.

Mit dem FAD-Qualitätssiegel werden Abgasnachbehandlungssysteme gekennzeichnet, die hinsichtlich ihrer konkreten Einsatzspezifik geprüft und nach Kriterien aus einer breiten praktischen Erfahrung in Herstellung und Anwendung bewertet wurden. Damit wird sowohl dem Hersteller als auch dem Anwender die Auswahl geeigneter Systemlösungen erleichtert.

Die FAD-Prüfkriterien ermöglichen eine objektive Bewertung der Funktionalität und der Eignung des Abgasnachbehandlungssystems für die verschiedensten Einsatzgebiete und Einsatzbedingungen des Dieselmotors. Sie basieren auf nationalen und internationalen Normen und Richtlinien. Die Vergabe des Siegels erfolgt auf der Grundlage der Prüfungsergebnisse unter der Berücksichtigung systembedingter Besonderheiten und einsatzspezifischer Rahmenbedingungen.

Kernpunkte

  • Die FAD-Prüfkriterien wurden zur Beurteilung der Funktionalität von Abgasnachbehandlungssystemen unter einsatzspezifischen Bedingungen entwickelt.
  • Die FAD-Prüfkriterien basieren auf nationalen und internationalen Normen, Richtlinien und Vorschriften sowie auf breiter praktischer Erfahrung in Herstellung und Anwendung.
  • Die Vergabe des Qualitätssiegels erfolgt auf der Grundlage der Prüfungsergebnisse unter Berücksichtigung der Besonderheiten der vorgesehenen Anwendung und realitätsnahen Betriebsbedingungen.
  • Die Prüfung ist eine Selbstverpflichtung der Industrie, um eine umfassende Qualitätssicherung der am Markt angebotenen Produkte der Abgasnachbehandlung durchzusetzen.
  • Durch ständige unabhängige Kontrolle kann der Anwender/Kunde davon ausgehen, dass die durch das Qualitätssiegel wahrgenommene Produktqualität vorhanden ist.

Geltungsbereich

Das FAD- Qualitätssiegel wird für Abgasnachbehandlungssysteme im Bereich der Dieselmotoren verliehen. Die Produktgruppen richten sich nach dem Einsatzzweck und maßgeblichen Motorenkategorien. Der Geltungs- bzw. Wirkungsbereich des FAD – Qualitätssiegels umfasst alle Arten der dieselmotorischen Abgasnachbehandlung hinsichtlich der Nachbehandlungssysteme, Teilsysteme und Sensoren, wie z.B.:

  • Oxidationskatalysatoren
  • Dieselpartikelfilter (DPF)
  • Partikelminderungssysteme (PMS)
  • DeNOX-Katalysatoren (SCR)
  • Kombinierte AGN-Systeme
  • Katalysatorenträger
  • Filtermedien
  • Abgassensoren (NOX, NH3, etc.)
  • etc.

Zum Geltungsbereich des FAD-QS gehören auch alle Abgasnachbehandlungssysteme und –komponenten für thermodynamisch nach dem Dieselprozess arbeitende Verbrennungsmotoren mit verschiedenen Kraftstoffvarianten (Mischungen).

Qualitätskriterien

Das FAD-Qualitätssiegel kennzeichnet Abgasnachbehandlungssysteme welche nach den FAD-Prüfanforderungen geprüft wurden und alle Prüfkriterien für Qualität hinsichtlich:

  • der Schadstoffminderung
  • der Funktionalität unter einsatzspezifischen Bedingungen
  • der funktionsbedingten Sekundäremissionen
  • des Kraftstoffmehrverbrauchs
  • des Wartungskonzepts

erfüllen.



Die Qualitätssiegelanforderungen und Prüfkriterien werden kontinuierlich an die sich ändernden Rahmenbedingungen und den Stand der Technik durch den FAD e.V. angepasst.

FAD-Qualitätssiegel basiert auf der großen Erfahrung der Vereinsmitglieder in der Forschung, Herstellung und Anwendung von Technologien zur effektiven Minderung von Schadstoffemissionen.

Das FAD-Qualitätssiegel bietet folgende Vorteile:

  • Das FAD-QS orientiert sich an einsatzspezifischen Betriebsbedingungen, definiert entsprechende Prüfprozeduren, stellt sicher, dass die Funktionalität unter realitätsnahen Testbedingungen geprüft wird.
  • Die Zuordnung zum Prüfmotor und zur Prüfkategorie (Anwendung) ist zwingend erforderlich.
  • Bei der Bewertung der Filtrationsleistung werden Abscheidegrade sowohl nach PM als auch nach PN berücksichtigt.
  • Es werden nur funktionsbedingte Sekundäremissionen ermittelt und bewertet.
  • Das Vergabeprozedere findet unter transparenten und nachvollziehbaren Rahmenbedingungen statt.
  • Die Zertifizierung ist zeit- und kostenoptimiert.

Fazit

Das FAD-Qualitätssiegel ist ein Industriestandard zur objektiven Bewertung der Abgasnachbehandlungstechnologien für Dieselmotoren.

Vergabe

Die Vergabe des FAD-Qualitätssiegels erfolgt im Rahmen einer vertraglich festgelegten Kooperation in alleiniger Verantwortung durch die

Argomotive GmbH
Institut für effiziente und umweltverträgliche Antriebstechnologien
Gutzkowstr. 30
01069 Dresden

Ihr obliegt damit die Durchführung des Vergabeverfahrens, die Vergabe des FAD-Qualitätssiegels sowie die Überwachung der Anwendung und die Einleitung von Sanktionen bei Missbrauch.

Veröffentlichung geprüfter Abgasnachbehandlungssysteme

Die nach FAD-Qualitätssiegel zertifizierten Abgasnachbehandlungssysteme werden in einer Liste zusammengefasst und auf den Internetseiten www.fad-diesel.de und www.argomotive.de veröffentlicht.